Die Vier Edlen Wahrheiten

Unwissenheit

Weil vier heilende Wahrheiten nicht verstanden, nicht durchdrungen wurden, wurden jene langen Lebenszyklen durchlaufen und durchwandert, von mir wie von euch. Welche vier? Weil die heilende Wahrheit vom Leiden nicht verstanden, nicht durchdrungen wurde, wurden jene langen Lebenszyklen durchlaufen und durchwandert, von mir wie von euch. Weil die heilende Wahrheit von der Entstehung des Leidens, die von der Beendigung des Leidens und die von dem zur Beendigung des Leidens führenden Weg nicht verstanden, nicht durchdrungen wurde, wurden jene langen Lebenszyklen durchlaufen und durchwandert, von mir wie von euch.

(Digha Nikaya 16)

Erste Wahrheit

Die erste heilende Wahrheit

Was ist die heilende Wahrheit vom Leiden? Geborenwerden ist Leiden; Altern ist Leiden; Kranksein ist Leiden; Sterben ist Leiden; Kummer und Klage, Schmerz, Bedrückung und Verzweiflung sind Leiden; mit Unerfreulichem konfrontiert und von Erfreulichem getrennt zu sein, ist Leiden; was man sich wünscht, nicht zu bekommen, auch das ist Leiden; mit einem Wort: die fünf Gruppen des Ergreifens sind Leiden.

(Digha Nikaya 22)

Fünf Gruppen des Ergreifens

Welches sind, kurz ausgedrückt, die fünf leidvollen Gruppen des Ergreifens? Es sind dies die Gruppe des Ergreifens Form, die Gruppe des Ergreifens Gefühl, die Gruppe des Ergreifens Wahrnehmung, die Gruppe des Ergreifens Aktivität und die Gruppe des Ergreifens Bewusstwerden. Diese werden, kurz ausgedrückt, die fünf leidvollen Gruppen des Ergreifens genannt.

(Digha Nikaya 22)

Gegebenheiten

Ob da Vollendete in der Welt erscheinen oder ob da Vollendete nicht der Welt erscheinen, eben dies ist eine feststehende Tatsache und unumstößliche Gewissheit: Alle Phänomene sind wandelbar, alle Phänomene sind unzulänglich, alle Dinge sind unpersönlich.

(Anguttara Nikaya 3,134)

Vergänglich - leidvoll - nicht mein Selbst

„Was glaubt ihr denn, ist der Körper unvergänglich oder vergänglich?" „Vergänglich, Herr." „Was aber vergänglich ist, ist das leidvoll oder freudvoll?" „Leidvoll, Herr." „Was aber vergänglich ist, leidvoll, dem Wandel unterworfen, kann man das zu Recht so betrachten: das gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst?" „Das sicher nicht, Herr." „Was glaubt ihr denn, sind Gefühl, Wahrnehmung, Aktivität und Bewusstwerden unvergänglich oder vergänglich? „Vergänglich, Herr." „Was aber vergänglich ist, ist das leidvoll oder freudvoll?" „Leidvoll, Herr." „Was aber vergänglich ist, leidvoll, dem Wandel unterworfen, kann man das zu Recht so betrachten: das gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst?" „Das sicher nicht, Herr."

(Majjhima Nikaya 22)

Entstehen - Vergehen - Wandlung

Diese drei charakteristischen Eigenschaften zeigt das Gestaltete. Welche drei? Entstehen ist erkennbar, Vergehen ist erkennbar und Wandlung des Bestehenden ist erkennbar. Diese drei charakteristischen Eigenschaften zeigt das Gestaltete.

(Anguttara Nikaya 3,47)

Wertlos

Kein Ding lohnt den Aufwand.

(Majjhima Nikaya 37)

Nur Leiden

Nur Leiden erscheint, was auch immer erscheint, und nur Leiden schwindet, was auch immer schwindet.

(Samyutta Nikaya 12,15)

Tränen

„Was glaubt ihr denn, ihr Mönche, ist mehr, die Tränen, von euch verströmt und vergossen, während ihr, unangenehmen Dingen ausgesetzt und von angenehmen Dingen getrennt , klagend und weinend jene lange Zeit (der Daseinswanderung) durchlaufen und durchschritten habt, oder aber das Wasser in den vier Weltmeeren?"
„So wie wir, Herr, die vom Erhabenen dargelegte Lehre kennen, sind die Tränen, von uns verströmt und vergossen, während wir, unangenehmen Dingen ausgesetzt und von angenehmen Dingen getrennt, klagend und weinend jene lange Zeit (der Daseinswanderung) durchlaufen und durchschritten haben, mehr als das Wasser in den vier Weltmeeren."

(Samyutta Nikaya 15,3)

Wie Schaum

Einem Schaumgebilde gleicht die Form, das Gefühl der Wasserblase.
Einer Luftspiegelung ähnelt Wahrnehmung, Aktivität einer Bananenstaude.
Und der Bewusstseinsprozess ist Gaukelwerk vergleichbar,
Dies hat der Sonnengleiche offenbar gemacht.
Je mehr man dies bedenkt, es gründlich prüft,
genau betrachtet, als hohl und nichtig erweist sich alles.

(Samyutta Nikaya 22,95)

Sich keine falschen Vorstellungen machen

Hat der Vollendete etwas Sichtbares ins Auge gefasst, hält er weder das Gesehene noch das Nichtgesehene für substantiell oder sehenswert, noch verabsolutiert er den Sehenden. Wenn er etwas gehört hat, hält er weder das Gehörte noch das Nichtgehörte für substantiell oder hörenswert, noch verabsolutiert er den Hörenden. Wenn er etwas wahrgenommen hat, hält er weder das Wahrgenommene noch das Nichtwahrgenommene für substantiell oder wahrnehmenswert, noch verabsolutiert er den Wahrnehmenden. Wenn er etwas erkannt hat, hält er weder das Erkannte noch das Nichterkannte für substantiell oder erkennenswert, noch verabsolutiert er den Erkennenden.

(Anguttara Nikaya 4,24)

Nicht-Ich

„Was da auch immer, Rahula, an Form da ist, vergangene, künftige, gegenwärtige, eigene oder fremde, grobe oder feine, dürftige oder vorzügliche, weit entfernt oder in der Nähe: Jegliche Form ist wirklichkeitsgemäß mit vollkommen klarem Blick so zu betrachten: ‚Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst.'"
„Nur Form, Erhabener? Nur Form, Gesegneter?"
„Form, Rahula, und ganz genauso Gefühl, Wahrnehmung, Aktivität und Bewusstwerden."

(Majjhima Nikaya 62)

 

Zweite Wahrheit

Verursacht

Von Dingen, die bedingt entstehen,
Nennt der Erhabene den Grund;
Und dass sie schwinden,
Kündet jener große Bettelmönch.

(Mahavagga 1,23,3)

Die zweite heilende Wahrheit

Was ist die heilende Wahrheit von der Entstehung des Leidens? Es ist jenes Verlangen, das mit Freude und Begeisterung verbunden ist, zur Wiedergeburt führt, sich hier und dort vergnügt, nämlich: das Verlangen nach sinnlicher Lust, nach Dasein und nach Nicht-Existenz.

(Digha Nikaya 22)

Wünsche

Wünsche reißen den Menschen fort,
Wünsche gibt man nur schwerlich auf in der Welt.
Von Wünschen gefesselt sind gewöhnlich die Wesen,
Wie ein Vogel mit seiner Schlinge.

(Samyutta Nikaya 1,79)

Angenehmes

Wo aber entsteht Verlangen, wo fasst es Fuß? Was es da in der Welt an angenehmen und erfreulichen Objekten gibt, dort entsteht Verlangen, dort fasst es Fuß.

(Digha Nikaya 22)

Zuneigung und Abneigung

Sieht jemand mit dem Auge eine Form, so findet er an einem angenehmen Objekt Gefallen, von einem unangenehmen Objekt fühlt er sich abgestoßen. Hört jemand mit dem Ohr einen Ton, riecht er mit der Nase einen Duft, schmeckt er etwas mit der Zunge, berührt er etwas mit dem Körper, erfasst er mit dem Geist eine Vorstellung, so findet er an einem angenehmen Objekt Gefallen, von einem unangenehmen Objekt fühlt er sich abgestoßen.

(Majjhima Nikaya 38)

Der Geist zuerst

Was es auch immer an unheilsamen Dingen gibt, an Dingen, die mit dem Unheilsamen verbunden sind und zum Unheilsamen führen: Ihnen allen geht der Geist voran. Zuerst regt sich der Geist, dann folgen die unheilsamen Dinge.
Was es auch immer an heilsamen Dingen gibt, an Dingen, die mit dem Heilsamen verbunden sind und zum Heilsamen führen: Ihnen allen geht der Geist voran. Zuerst regt sich der Geist, dann folgen die heilsamen Dinge.

(Anguttara Nikaya 1,13

Drei Dinge

Wer drei Dinge nicht aufgegeben hat, kann Geburt, Alter und Tod nicht entkommen. Welche drei? Zuneigung, Abneigung und Täuschung. Tatsächlich kann, wer diese Dinge nicht aufgegeben hat, Geburt, Alter und Tod nicht entkommen.

(Anguttara Nikaya 10,76)

Sein und Nichtsein

Im Großen und Ganzen geht diese Welt von zweierlei aus: vom Sein und vom Nichtsein. Wer aber das Entstehen von Welt der Wirklichkeit gemäß und mit klarem Blick sieht, für den gibt es bezüglich der Welt kein Nichtsein. Und wer das Vergehen von Welt der Wirklichkeit gemäß und mit klarem Blick sieht, für den gibt es bezüglich der Welt kein Sein.
Auf die Dinge zugehen, sie ergreifen, sich mit ihnen beschäftigen, an ihnen hängen - das ist im Grunde diese Welt. Wenn aber jemand nicht mehr auf die Dinge zugeht, sie nicht ergreift, sein Gemüt nicht auf sie ausrichtet, sich nicht mit ihnen beschäftigt, den Hang nach ihnen nicht zulässt oder ihm nachgibt, in dem Gedanken ‚Da ist gar kein Ich', wenn jemand nicht daran zweifelt oder unsicher ist, dass ‚nur Leiden erscheint, was auch immer erscheint, und nur Leiden schwindet, was auch immer schwindet', dann besitzt er unabhängig von anderen Wissen.
‚Alles ist', das ist das eine Extrem. ‚Alles ist nicht', das ist das andere Extrem. Diese beiden Extreme vermeidend, lehrt der Vollendete die in der Mitte liegende Wahrheit.

(Samyutta Nikaya 12,15)

Bedingtes Entstehen

Aus Unwissenheit folgt Aktivität.
Aus Aktivität folgt der Bewusstseinsprozess.
Aus dem Bewusstseinsprozess folgen Geist und Körperlichkeit.
Aus Geist und Körperlichkeit folgt der Bereich der sechs Sinne.
Aus dem Bereich der sechs Sinne folgt Berührung.
Aus Berührung folgt Gefühl.
Aus Gefühl folgt Begehren.
Aus Begehren folgt Ergreifen.
Aus Ergreifen folgt Werden.
Aus Werden folgt Geborenwerden.
Aus Geborenwerden folgen Altern und Sterben.
Das ist der Ursprung der gesamten Leidensanhäufung.

(Samyutta Nikaya 12,15)

Dritte Wahrheit

Die dritte heilende Wahrheit

Was ist die heilende Wahrheit von der Beendigung des Leidens? Es ist jenes restlose Aufgeben, Beenden, Verneinen, Loslassen, Aufhören, Zurückweisen des Verlangens.

(Digha Nikaya 22)

Das Todlose ist das Aufhören von Gier, Hass und Verblendung.

(Samyutta Nikaya 38,1)

Nirvana ist die Aufhebung des Werdens.

(Samyutta Nikaya 12,68)

Ohne Ich-Illusion

Abgeschiedenheit ist Glück für den Zufriedenen, für den, der die gehörte Wahrheit erfährt.
Wohlwollen in der Welt ist Glück, Selbstbeherrschung gegenüber den Wesen.
Glück ist Leidenschaftslosigkeit in der Welt, Hinauswachsen über die Sinnendinge.
Doch die Beendigung der Ich-Illusion, das ist wahrhaftig das höchste Glück.

(Mahavagga 1,3)

Das jenseitige Ufer

Das ‚diesseitige Ufer mit all seinen Sorgen und Gefahren', das ist eine Bezeichnung für die Persönlichkeit. Das ‚jenseitige Ufer ohne jede Sorge und Gefahr', das ist eine Bezeichnung für das Nirvana.

(Samyutta Nikaya 35,197)

Nur ein Geschmack

Wie der gewaltige Ozean nur einen Geschmack hat, nämlich den Geschmack des Salzes, so hat diese Lehre ebenfalls nur einen Geschmack, den Geschmack der Befreiung.

(Udana 5,5)

Weder noch

Es gibt jenen Bereich, wo weder Erde ist noch Wasser, weder Feuer noch Luft; nicht unbegrenzter Raum, nicht unbegrenztes Bewusstsein, nicht Nichts und nicht Weder-Wahrnehmung-noch-Nichtwahrnehmung, weder Diesseits noch Jenseits, nicht Mond und nicht Sonne. Dort, sage ich, ist weder Kommen noch Gehen noch Bleiben, weder Schwinden noch Wiedererscheinen. Ohne Halt, ohne Grundlage, ohne Bedingung ist dies. Es bedeutet das Ende des Leidens.

(Udana 8,1)

Nirvana

Nirvana ist das Ungestaltete, das Ziel, die Unverletzbarkeit, die Wahrheit, das andere (gefahrlose) Ufer, das Feine, das schwer Ergründliche, das Alterlose, das Beständige, das Unzerbrechliche, das Unsichtbare, das Friedvolle, das Todlose, das Erlesene, das Segensreiche, der Frieden, das Aufhören des Verlangens, das Wunderbare, das Erstaunliche, das Vollkommene, das Ende der Not, das Erlöschen, die Freiheit, das Versiegen der Leidenschaften, das Reine, die Erlösung, das Ungebundene, das (gefahrlose) Eiland, die Sicherheit, der Schutz, die Zuflucht, das ganz Andere.

(Samyutta Nikaya 43,13-44)

Das Ungeborene

Es gibt das Ungeborene, Ungewordene, Ungeschaffene, Ungestaltete. Gäbe es das Ungeborene, Ungewordene, Ungeschaffene, Ungestaltete nicht, bestünde keine Aussicht, dem Geborenen, Gewordenen, Geschaffenen, Gestalteten zu entrinnen. Da es aber dieses Ungeborene, Ungewordene, Ungeschaffene, Ungestaltete gibt, besteht die Aussicht, dem Geborenen, Gewordenen, Geschaffenen, Gestalteten zu entrinnen.

(Udana 8,3 = Itivuttaka 43)

Jenseits von Empfindungen

Der ehrwürdige Sariputta sprach zu den Mönchen: „Glück, Brüder, bedeutet das Nirvana! Glück, Brüder, bedeutet das Nirvana!"
Darauf sagte der ehrwürdige Udayi zu dem ehrwürdigen Sariputta: „Wie kann denn, Bruder, Nirvana Glück sein, wenn da nichts (mehr) empfunden wird?"
„Das ist ja gerade, Brüder, Glück, dass da nichts (mehr) empfunden wird."

(Anguttara Nikaya 9,34)

Unnennbar

Wer ganz zum Ziel gelangte, für den gibt es kein Maß,
Kein Wort, das ihn beschreibt.
Sind alle Eigenschaften abgetan,
Dann auch der Sprache Möglichkeit.

(Suttanitapa 1076)

Vierte Wahrheit

Die vierte heilende Wahrheit

Was ist die heilende Wahrheit von dem zur Beendigung des Leidens führenden Weg? Es ist jener Heilende Achtfache Weg, nämlich: Rechte Ansicht, Rechte Geisteshaltung, Rechte Rede, Rechtes Handeln, Rechte Lebensführung, Rechtes Mühen, Rechte Achtsamkeit und Rechte Sammlung.

(Digha Nikaya 22)

Der Mittlere Weg

Das armselige, gewöhnliche, banale, unedle und fruchtlose Kleben an sinnlicher Lust und diese schmerzvolle, unedle und fruchtlose Selbstquälerei - diese beiden Extreme, ihr Mönche, hat der Vollendete beiseite getan und den Mittleren Weg aufgespürt, der Einsicht und Wissen bewirkt, der zu innerer Ruhe, zu Erkenntnis, zu höchster Weisheit, zum Nirvana führt. Und was ist dieser Mittlere Weg? Eben dieser Edle Achtfache Pfad.

(Samyutta Nikaya 56,11)

Rechte Ansicht

Was ist Rechte Ansicht? Das Wissen über Leiden und Unvollkommenheit, das Wissen über den Ursprung von Leiden und Unvollkommenheit, das Wissen über die Beendigung von Leiden und Unvollkommenheit, das Wissen über die Vorgehensweise, die zur Beendigung von Leiden und Unvollkommenheit führt - das nennt man Rechte Ansicht.

(Digha Nikaya 22)

Weg der Lauterkeit

Gestaltungen sind unbeständig ganz und gar.
Wer das mit klarem Blick erkennt,
Genug hat der von allen Leidensdingen.
Dies ist der Weg der Lauterkeit.

Gestaltungen sind leidvoll ganz und gar.
Wer das mit klarem Blick erkennt,
Genug hat der von allen Leidensdingen.
Dies ist der Weg der Lauterkeit.

Wesenlos sind alle Dinge, ausnahmslos.
Wer das mit klarem Blick erkennt,
Genug hat der von allen Leidensdingen.
Dies ist der Weg der Lauterkeit.

(Dhammapada 277 - 279)

Todlosigkeit

Wie eine Blase sie betrachten,
Betrachten nur als Spiegelung der Luft -
Wer so die Welt ins Auge fasst,
Den sieht der Fürst des Todes nicht.

(Dhammapada 170)

Rechte Geisteshaltung

Die Haltung des Loslassens, die Haltung des Wohlwollens, die Haltung der Freundlichkeit - das nennt man Rechte Geisteshaltung.

(Digha Nikaya 22)

Rechte Rede

Lüge sein lassen, entzweiende Sprache sein lassen, harte Worte sein lassen, Geschwätz und oberflächliches Gerede sein lassen - das nennt man Rechte Rede.

(Digha Nikaya 22)

Vier Weisen des richtigen Umgangs mit der Sprache gibt es. Welche vier? Wahre Rede, versöhnliche Rede, behutsame Rede und weise Rede.

(Anguttara Nikaya 4,149)

Rechtes Handeln

Davon Abstand zu nehmen, Lebendiges umzubringen, davon Abstand zu nehmen, Nichtgegebenes an sich zu bringen, davon Abstand nehmen, mit den Sinnendingen unangemessen umzugehen - das nennt man Rechtes Handeln.

(Digha Nikaya 22)

Rechte Lebensführung

Wenn ein ernsthafter Nachfolger eine falsche Lebensführung aufgegeben hat und sein Leben nach richtigen Maßstäben ausrichtet - das nennt man Rechte Lebensführung.

(Digha Nikaya 22)

Es gibt fünf Arten von Handel, die von einem Laienanhänger nicht ausgeübt werden sollten: der Handel mit Waffen, der Handel mit Lebewesen, der Handeln mit Fleisch, der Handel mit Alkohol, der Handel mit Gift. Diese fünf Arten von Handel sollten von einem Laienanhänger nicht ausgeübt werden.

(Anguttara Nikaya 5,177)

Rechtes Mühen

Da zeigt jemand den Willen, bemüht sich, setzt seine ganze Tatkraft ein, fasst sich ein Herz und kämpft, damit noch nicht entstandene schlimme und unheilsame Dinge nicht entstehen. Da zeigt jemand den Willen, bemüht sich, setzt seine ganze Tatkraft ein, fasst sich ein Herz und kämpft, damit er schon entstandene schlimme und unheilsame Dinge los wird. Da zeigt jemand den Willen, bemüht sich, setzt seine ganze Tatkraft ein, fasst sich ein Herz und kämpft, damit noch nicht entstandene heilsame Dinge entstehen. Da zeigt jemand den Willen, bemüht sich, setzt seine ganze Tatkraft ein, fasst sich ein Herz und kämpft, damit schon entstandene heilsame Dinge bleiben, nicht wanken, sich mehren, zur Fülle gelangen, sich entfalten und zur Vollendung kommen - das nennt man Rechtes Mühen.

(Digha Nikaya 22)

Rechte Achtsamkeit

Nachdem ein Mönch Verlangen und Besorgtsein hinsichtlich der Welt abgelegt hat, verweilt er beim Körper in der Betrachtung des Körpers, unermüdlich, klar bewusst, achtsam. Nachdem ein Mönch Verlangen und Besorgtsein hinsichtlich der Welt abgelegt hat, verweilt er bei den Gefühlen in der Betrachtung der Gefühle, bei den Emotionen in der Betrachtung der Emotionen, bei den Geistesinhalten in der Betrachtung der Geistesinhalte - das nennt man Rechte Achtsamkeit.

(Digha Nikaya 22)

Rechte Sammlung

Da weilt ein Mönch, fern von sinnlichem Verlangen und fern von den unheilsamen Dingen, in der ersten Vertiefung, die von Denken und Überlegen begleitet, aus der Abgeschiedenheit geboren und von Entzücken und Freude getragen ist. Wenn Denken und Überlegen zur Ruhe gekommen sind, sammelt sich sein Gemüt und wird still, und er weilt in der zweiten Vertiefung, die ohne Denken und Überlegen, aus der Sammlung geboren und von Entzücken und Freude getragen ist. Nach dem Nachlassen des Entzückens weilt er gleichmütig, achtsam und klarbewusst, und er verspürt ein Wohl im Körper, von dem die Edlen sagen: ‚der Gleichmütig-Achtsame ist im Wohl.' So weilt er in der dritten Vertiefung. Nachdem er Wohlempfinden und Schmerz losgelassen hat und frühere Freudigkeit und Missmut geschwunden sind, weilt er in der vierten Vertiefung, in der Reinheit von Gleichmut und Achtsamkeit, frei von Schmerz und von Wohlempfinden - das nennt man Rechte Sammlung.

(Digha Nikaya 22)

Wie ein Brahma

Mit wohlwollendem Gemüt durchstrahlt er eine Richtung, dann eine zweite, eine dritte und ebenso die vierte. Er durchstrahlt die ganze Welt allüberall mit einem wohlwollenden, weiten, erhabenen, unbegrenzten, freundlichen Gemüt, frei von Feindschaft und böser Absicht.
Mit erbarmendem, freudigem, gelassenem Gemüt durchstrahlt er eine Richtung, dann eine zweite, eine dritte und ebenso die vierte. Er durchstrahlt die ganze Welt allüberall mit einem erbarmenden, freudigen, gelassenen, weiten, erhabenen, unbegrenzten, freundlichen Gemüt, frei von Feindschaft und böser Absicht.

(Majjhima Nikaya 7)

Stufen zur Befreiung

Ein anständiger Mensch mit moralisch einwandfreiem Verhalten braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass bei ihm Reuelosigkeit aufkommt. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass bei einem anständigen Menschen mit moralisch einwandfreiem Verhalten Reuelosigkeit aufkommt.
Ein reueloser Mensch braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass bei ihm Freude aufkommt. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass bei einem reuelosen Menschen Freude aufkommt.
Ein freudiger Mensch braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass bei ihm Glück aufkommt. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass bei einem freudigen Menschen Glück aufkommt.
Ein glücklicher Mensch braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass sein Körper zur Ruhe kommt. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass einem glücklichen Menschen der Körper zur Ruhe kommt.
Ein körperlich Besänftigter braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass er Seligkeit empfindet. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass ein körperlich Besänftigter Seligkeit empfindet.
Ein Seligkeit Empfindender braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass sich sein Herz sammelt. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass sich einem Seligkeit Empfindenden das Herz sammelt.
Ein innerlich Gesammelter braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass er die Dinge der Wirklichkeit gemäß erkennt und durchschaut. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass ein innerlich Gesammelter die Dinge der Wirklichkeit gemäß erkennt und durchschaut.
Jemand, der die Dinge der Wirklichkeit gemäß erkennt und durchschaut, braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass er sich von ihnen abwendet. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass jemand, der die Dinge der Wirklichkeit entsprechend erkennt und durchschaut, sich von ihnen abwendet.
Ein Abgewandter braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass er Ernüchterung erfährt. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass ein Abgewandter Ernüchterung erfährt.
Ein nüchterner Mensch braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass er Befreiung erlangt und um sie weiß. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass ein nüchterner Mensch Befreiung erlangt und um sie weiß.

(Anguttara Nikaya 11,2)

Alles getan

Das ist die Verletzbarkeit, erkennt er der Wirklichkeit gemäß. Das ist der Ursprung der Verletzbarkeit, erkennt er der Wirklichkeit gemäß. Das ist die Beendigung der Verletzbarkeit, erkennt er der Wirklichkeit gemäß. Das ist die Vorgehensweise, die zur Beendigung der Verletzbarkeit führt, erkennt er der Wirklichkeit gemäß.
Indem er das erkennt und sieht, wird sein Herz vom Einfluss des sinnlichen Verlangens frei, wird sein Herz vom Einfluss des Werdens frei, wird sein Herz vom Einfluss des Nichtwissens frei. „Das ist die Befreiung", weiß er. „Abgetan ist alle Geburt. Das heilige Leben ist geführt. Es ist getan, was zu tun war, eine weitere Existenz wird es nicht mehr geben!"

(Digha Nikaya 2)

Übersetzung aus dem Pali von Alfred Weil




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