Jenseits der Welt der Sinne

Meditation - Stille - Herzensfrieden

 

Nur ein kurzer Genuss

Als vorübergehend hat der Erhabene die sinnlichen Vergnügungen charakterisiert, als mit vielen Leiden und vielen Mühen behaftet; das Nachteilige überwiegt bei ihnen.

(Samyutta Nikaya 4,21)

Freud und Leid

Himmelswesen wie Menschen erfreuen sich an Formen, Tönen, Düften, an Schmeckbarem und Tastbarem und sie finden Vergnügen an ihnen. Sie erfreuen sich an Vorstellungen, geben sich ihnen hin und finden Vergnügen an ihnen. Wenn sich die Dinge jedoch wandeln, verschwinden, sich auflösen, dann sehen sich Himmelswesen wie Menschen im Leiden.

(Samyutta Nikaya 35,136, gerafft)

Wie kahle Knochen

Mit kahlen Knochen hat der Erhabene die Sinnendinge verglichen. Mit vielen Leiden und Mühen sind sie behaftet, das Nachteilige überwiegt bei ihnen. Mit einem Fleischfetzen, mit einer Strohfackel, mit einer Grube voller glühender Kohlen, mit einem Traum, mit einem Darlehen und mit Baumfrüchten hat der Erhabene die Sinnendinge verglichen. Mit vielen Leiden und Mühen sind sie behaftet, das Nachteilige überwiegt bei ihnen.

(Majjhima Nikaya 54, gerafft)

Zwei Extreme und der Mittlere Weg

Diesen beiden Extremen soll einer, der in die Hauslosigkeit gegangen ist, nicht folgen. Welchen beiden?
Der niedrigen, gewöhnlichen, unedlen und zwecklosen Allerweltspraxis, sich bei den Sinnendingen Lust und Vergnügen hinzugeben, sowie schmerzvoller, unedler und zweckloser Selbstquälerei.
Diese beiden Extreme hat der Vollendete vermieden und den Mittleren Weg entdeckt, der Erkenntnis und Wissen mit sich bringt und zur Beruhigung des Gemütes, zu intuitiver Einsicht, zum Erwachen, zum Nirvana führt.

(Samyutta Nikaya 56,11)

Lobenswert

Da sucht jemand, der die Sinnesfreuden genießt, auf rechte Weise und ohne Anwendung von Gewalt Wohlstand. Hat er auf rechte Weise und ohne Anwendung von Gewalt Wohlstand gesucht, erfreut er sich an ihm und macht es sich schön. Er gibt davon ab und tut Gutes damit. Er genießt ihn, ohne an ihm zu hängen, in ihm aufzugehen oder ihn zu missbrauchen. Dabei sieht er das Ungenügende an ihm und weiß, wie man von ihm unabhängig werden kann.
Wer die Sinnesfreuden so genießt, ist aus vier Gründen zu loben: weil er auf rechte Weise und ohne Anwendung von Gewalt Wohlstand sucht; weil er sich an ihm erfreut und es sich schön macht; weil er davon abgibt und Gutes damit tut; weil er ihn genießt, ohne an ihm zu hängen, in ihm aufzugehen oder ihn zu missbrauchen und dabei das Ungenügende an ihm sieht und weiß, wie man von ihm unabhängig werden kann.

(Samyutta Nikaya 42,12; gerafft)

Das Bessere ist des Guten Feind

Wenig Genuss bieten die Sinnendinge, mit vielen Unannehmlichkeiten und Mühen sind sie verbunden, das Nachteilige überwiegt bei ihnen.
Auch wenn ein ernsthafter Anhänger das so der Wirklichkeit gemäß mit vollkommener Weisheit richtig sieht, er aber außer den Sinnesfreuden und den unheilsamen Dingen kein anderes, friedvolleres Glücksgefühl und Wohlempfinden erfährt, muss er solange noch auf die Sinnendinge hereinfallen.
Aber von dem Moment an, wo ein ernsthafter Anhänger das so der Wirklichkeit gemäß mit vollkommener Weisheit richtig sieht und er außer den Sinnesfreuden und den unheilsamen Dingen ein anderes, friedvolleres Glücksgefühl und Wohlempfinden erfährt, fällt er nicht länger auf die Sinnendinge herein.

(Majjhima Nikaya 14)

Stufen zur Befreiung

Ein anständiger Mensch mit moralisch einwandfreiem Verhalten braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass bei ihm Reuelosigkeit aufkommt. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass bei einem anständigen Menschen mit moralisch einwandfreiem Verhalten Reuelosigkeit aufkommt.
Ein reueloser Mensch braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass bei ihm Freude aufkommt. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass bei einem reuelosen Menschen Freude aufkommt.
Ein freudiger Mensch braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass bei ihm Glück aufkommt. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass bei einem freudigen Menschen Glück aufkommt.
Ein glücklicher Mensch braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass sein Körper zur Ruhe kommt. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass einem glücklichen Menschen der Körper zur Ruhe kommt.
Ein körperlich Besänftigter braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass er Seligkeit empfindet. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass ein körperlich Besänftigter Seligkeit empfindet.
Ein Seligkeit Empfindender braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass sich sein Herz sammelt. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass sich einem Seligkeit Empfindenden das Herz sammelt.
Ein innerlich Gesammelter braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass er die Dinge der Wirklichkeit gemäß erkennt und durchschaut. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass ein innerlich Gesammelter die Dinge der Wirklichkeit gemäß erkennt und durchschaut.
Jemand, der die Dinge der Wirklichkeit gemäß erkennt und durchschaut, braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass er sich von ihnen abwendet. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass jemand, der die Dinge der Wirklichkeit entsprechend erkennt und durchschaut, sich von ihnen abwendet.
Ein Abgewandter braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass er Ernüchterung erfährt. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass ein Abgewandter Ernüchterung erfährt.
Ein nüchterner Mensch braucht sich nicht absichtlich darum zu bemühen, dass er Befreiung erlangt und um sie weiß. Es ist eine natürliche Gegebenheit, dass ein nüchterner Mensch Befreiung erlangt und um sie weiß.

(Anguttara Nikaya 11,2)

Zweierlei Wohl

Was da aufgrund jener fünf Arten von Sinneslust an Wohl und Freude entsteht, das nennt man Sinnenwohl, kotiges Wohl, gewöhnliches Wohl, unedles Wohl. Ihm soll man nicht folgen, es nicht kultivieren, sich ihm nicht hingeben. Zu fürchten hat man ein solches Wohl, sage ich.
Da weilt ein Mönch fern von sinnlichem Verlangen, fern von den unheilsamen Dingen in der ersten Vertiefung, die mit Denken und Überlegen verbunden, aus der Abgeschiedenheit geboren und von Entzücken und Freude getragen ist. Da weilt ein Mönch ... in der zweiten Vertiefung ... in der dritten Vertiefung ... in der vierten Vertiefung ... Das nennt man Wohl des Loslassens, Wohl der Zurückgezogenheit, Wohl der Ruhe, Wohl des Erwachens. Ihm soll man folgen, es kultivieren, sich ihm widmen. Nicht zu fürchten hat man ein solches Wohl, sage ich.

(Majjhima Nikaya 66)

Übersetzung aus dem Pali von Alfred Weil


zurück zur Übersicht


Cookies speichern Informationen lokal auf Ihrem Rechner, ohne die Verwendung kann der Funktionsumfang beeinträchtigt werden. Weitere Informationen


Annehmen